Alle Linien
Aktuelles
Zwischen Faszination und Fantasterei

In den 1950er Jahren sorgte Jürgen Spanuth international für Schlagzeilen, als er behauptete, bei Helgoland Spuren des sagenumwobenen Atlantis gefunden zu haben (Bild von Sturrax auf Pixabay)

Stefan Magnussen, Historiker an der Universität Kiel (Bild Stefan Magnussen)

Bordelumer Pastor Jürgen Spanuth (Bild: Hamburger Anzeiger, 31.Okt. 1953)

Für den 13. August lädt das Nordfriisk Instituut zum letzten Vortrag des diesjährigen „Nordfriesischen Sommerinstitutes“ ein. Kaum eine Persönlichkeit aus der Amateurforschung Nordfrieslands polarisiert so wie der Bordelumer Pastor Jürgen Spanuth. In den 1950er Jahren sorgte er international für Schlagzeilen, als er behauptete, bei Helgoland Spuren des sagenumwobenen Atlantis gefunden zu haben. Sein Buch „Das enträtselte Atlantis“ wurde ein Bestseller und in mehrere Sprachen übersetzt. Es rief aber auch die Fachwissenschaft auf den Plan, die ihm vor allem auf Veranstaltungen an der Universität Kiel und auf Schloss Gottorf entschlossen widersprach. Während die Wissenschaft den Fall damit für erledigt ansah, hielt Spanuth Zeit seines Lebens an seiner Theorie fest. Für seine Anhänger wurde er somit zum Sinnbild eines unbequemen Außenseiters, der von einem wissenschaftlichen Establishment systematisch ausgegrenzt worden sei – ein Bild, welches Spanuth selbst prägte und ihn bis heute (wieder) anschlussfähig macht.

Stefan Magnussen, Historiker an der Universität Kiel, zeichnet in seinem Vortrag diese Debatte nach und bettet sie in biografische, regionalhistorische und ideengeschichtliche Zusammenhänge ein. Der Vortrag beginnt um 19:30 Uhr im Nordfriisk Instituut, Süderstraße 30 in Bredstedt. Die Reihe Sommerinstitut wird unterstützt von der Nord-Ostsee Sparkasse; der Eintritt ist daher frei, es wird jedoch um eine Spende gebeten.